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Was können Ökonominnen und Ökonomen beitragen?
Erkenntnisse des WWZ-Anlasses in memoriam Silvio Borner

August 2021: Es war ein recht illustrer Kreis, der sich vergangenen Freitag an der Universität Basel zu einer Debatte traf. Um nur einige Namen zu nennen: Prof. Dr. Beatrice Weder di Mauro, Prof. Dr. Thomas Straubhaar, Prof. Dr. Bruno Frey, Prof. Dr. René L. Frey, Prof. Dr. Aymo Brunetti, Prof. Dr. Christoph A. Schaltegger, Prof. Dr. Rolf Weder, Dr. Peter A. Fischer und viele mehr. Und ganz viele davon: ehemalige Doktorandinnen und Doktoranden von Silvio Borner. Zum Andenken an ihn hatte das Wirtschaftswissenschaftliche Zentrum WWZ der Uni Basel zu einer wirtschaftspolitischen Tagung eingeladen. Das Thema: «Die Rolle und Verantwortung von Ökonomen und Ökonominnen in Wirtschaft und Politik».

Als Beratungsfirma, die die Volkswirtschaftslehre im Namen trägt, dokumentieren wir sehr gerne die zentralen Erkenntnisse der inspirierenden Diskussion. So können (und sollten!) Ökonominnen und Ökonomen wie folgt zur wirtschaftspolitischen Debatte beitragen:

  1. Der offensichtlichste Beitrag: Selbstredend hat sich die ökonomische Forschung mit mancher volkswirtschaftlichen Fragestellung intensiv beschäftigt. Auf die entsprechenden Themen und Methoden spezialisierte Ökonominnen können folglich kenntnisreich und auf Basis ihrer spezifischen Forschung gewisse Fragen fundiert beantworten. Der nicht immer trivialen Argumentation sollte im Diskurs dabei genügend Raum eingeräumt werden, um auch komplexere Überlegungen darstellen zu können.
  2. Zusätzlich aber – und jenseits der spezifischen Forschung – kann die ökonomische Theorie helfen, viele wirtschaftspolitische Fragen systematisch zu beantworten. Dabei sind es nicht selten die einfachsten Zusammenhänge, die helfen, auch zu schwierigen Fragen einen Beitrag zu leisten.
  3. Und schliesslich sind Ökonomen ganz grundsätzlich geübt, eine Fragestellung sinnvoll zu strukturieren und auf eine analytische Art und Weise zu beantworten. Diese Herangehensweise kann helfen, bei vielen Fragen einen sinnvoll Beitrag leisten zu können, selbst wenn weder umfangreiche volkswirtschaftliche Forschung zum Thema vorhanden ist noch ein passendes volkswirtschaftliches Modell zur Verfügung steht.

Das vorangestellt: Mancher Ökonom fühlt sich, wie die WWZ-Debatte gezeigt hat, nur im ersten Fall, wenn er oder sie also fundierte Forschung betrieben hat, berufen, zur Diskussion etwas beizutragen. Andere hingegen sind der Überzeugung, auch auf Basis des zweiten und dritten Aspekts einen substantiellen Mehrwert bieten zu können – und auch zu sollen.

Ergänzen würde der hier Schreibende, selbst ein Borner-Schüler, noch folgende Punkte:

  1. Das Rechnen: Ökonominnen und Ökonomen haben eine quantitative Ausbildung genossen. Sie können also rechnen und haben ein gewisses Gefühl für Zahlen, eine quantitative Intuition. Das hilft bei vielen ganz praktischen Fragestellungen. Auch Silvio Borner, der innerhalb der Wissenschaft nicht als quantitativer Ökonom zu bezeichnen wäre, hatte übrigens eine ganz ausgezeichnete Intuition zu mathematischen Modellen und Zahlen.
  2. Das Schreiben: Ökonomen sind Sozialwissenschaftler und sollten ihre Gedanken in sinnvolle Sätze verpacken können. Auch die Ergebnisse komplizierter Berechnungen. Bedauernswert ist, dass in der heutigen ökonomischen Ausbildung das Schreiben etwas in den Hintergrund geraten ist. Silvio Borner jedenfalls war beim Schreiben, beim verständlichen Formulieren und pointierten Argumentieren, ein regelrechtes Genie.

So sind es schlussendlich fünf Aspekte, die Ökonominnen und Ökonomen beitragen können:

  • Spezifische Ergebnisse aus der ökonomischen Forschung,
  • Anwendung der ökonomischen Theorie auf viele Fragestellungen,
  • Fragestellungen strukturiert analysieren,
  • Rechnen und quantitative Intuition,
  • Erkenntnisse kommunizieren.

BSSler sind in der Tat nicht alles Borner-Absolventen. Die fünf Punkte aber sind bedenkenswert. Die Ökonominnen und Ökonomen unter uns können und sollten sich bei der Frage, wo sie etwas beitragen können, von diesen fünf Punkten leiten lassen.


Wolfram Kägi, Geschäftsführer BSS


Siehe auch: Silvio Borner | Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät (unibas.ch)